Vorleser, heute kann sich das kaum jemand mehr vorstellen, war noch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ein respektabler Beruf. Das Radio war noch nicht verbreitet, so gab es in Fabriken Vorleser für die Arbeiter . Meine Ururgrossmutter zum Beispiel war Vorleserin bei den Austria Tabakwerken. (In Kuba soll es Vorleser in den Zigarrenfabriken heute noch geben).
Damit ist dem Argument, Vorleser hätten nur reiche alte Damen zu ihrer Gesellschaft, auch schon die Spitze abgebrochen.
Zum Beispiel: Sie treffen sich mit Ihren Freundinnen zu einer Nährunde, Keksebacken oder Sie veranstalten einen „Salon“. Gönnen Sie sich doch einmal den Luxus eines Geschichtenerzählers. Sie wünschen, ich lese. Von der krone bis zu heißen Geschichten …